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und wird nicht mehr aktualisiert!
Ich bin Neuling in Sachen Investmentfonds
Zur Auswahl eines Investmentfonds hier einer meiner
Beiträge in der Newsgroup de.etc.finanz (neu:
de.etc.finanz.misc):
>Ich bin Neuling in Sachen Investmentfonds.
Dann solltest Du mal
diese Seiten von
Michael Kronenberg
lesen und den ausgezeichneten
Leitfaden für Fonds-Einsteiger von
Thomas Dill.
Weitere Links findest Du
hier.
> Bisher wurde mir fast immer nur der Templeton Growth Fund
> von Bekannten als Fonds mit guter Performance und
> gleichzeitig hoher Anlagesicherheit empfohlen.
Kein schlechter Rat, aber so ausschließlich würde ich das
nicht sehen.
> In der aktuellen Stern-Ausgabe werden folgende
> Investmentfonds empfohlen:
>
>1. Fleming FF American
>2. Parvest USA C
>3. Aetna American Equity A
>4. Morgan Stanley Us Eq Growth 1
>5. Mercury ST North America
> Gegenüber diesen Performancezahlen steht der Templeton
> Growth Fund ziemlich schlecht da.
>
>Deshalb folgende Fragen:
>1. Sind diese Fonds dem Templeton Growth Fund vorzuziehen?
Das sind verschiedene Risikoklassen. Die obigen 5 Fonds sind
alles Länderfonds Amerika, TGR ist ein international
anlegender Fonds.
>2. Ist der Templeton Growth Fund sicherer / trotzdem
> besser als diese?
ich denke schon, siehe unten.
>3. Sind die Emissionskosten bei diesen Fonds höher?
weniger wichtig.
>3. Ich welchen Fonds soll ich letztendlich investieren?
Da niemand die Zukunft vorhersagen kann, ist das eine
schwierige Frage :-)
Ich versuche trotzdem mal, ein paar Punkte aufzulisten:
-
Ich würde als Anfänger mit einem internationalen Fonds
beginnen.
-
Gerade die Fonds, die in letzter Zeit besonders gut
waren, bergen für den Neueinsteiger ein hohes Risiko.
Dazu hat Emil hier ja schon öfter was geschrieben -
findest Du unter dieser Addresse.
-
Gerade wenn ein Land so lange boomt wie derzeit Amerika, ist
die Gefahr eines Rückschlages groß. Bei einem Länderfonds
bist Du dann gekniffen, während ein internationaler Fonds
wie der TGR dann die Möglichkeit hat, in andere Märkte
zu wechseln.
Einen konkreten Rat zu geben ist schwer, weil ich dazu viel
mehr von Dir und Deinen jetzigen Geldanlagen wissen müßte.
Deshalb soll das Folgende auch nur eine Anregung sein,
wobei ich davon ausgehe, daß Du ein 'normaler' Anlegertyp
bist, dem es auf eine ausgewogene Geldanlage ankommt, und
kein spekulativer Anlegertyp.
Die einzelnen Zahlen können natürlich individuell varieren.
Ein mögliches Vorgehen zur Auswahl eines Fonds könnte etwa
so aussehen:
-
Der erste Fonds eines Anfängers sollte ein international
anlegender sein.
Ich würde keinen Fonds wählen, der nicht schon eine gewisse
Bewährung hinter sich hat.
Also wähle ich ein 5-Jahres-Ranking internationaler Fonds als
Ausgangsbasis, zu finden zB
hier oder bei
Infos.
Davon nehme ich die Fonds des 1. und 2. Quartils (hier also
Plätze 1-33).
Jetzt versucht man davon Fonds auszuscheiden:
-
Renditeeinbruch im 1-Jahres-Ranking: hier könnte man die Fonds
ausscheiden, die nicht im 1. oder 2. Quartil liegen, also
zB den 'Deutscher Vermögensbildungs A'.
Allerdings sollte man sich ein aktuelles FINANZEN kaufen
und sich die neuesten Werte anschauen.
-
Fonds, die eine zu hohe Mindestanlage haben wie zB den Morgan Stanley
(25TDM)
-
Fonds, die bei dem Discounter, den man im Auge hat, nicht zu
bekommen sind.
-
Fondsgesellschaften, die man nicht will, zB deutsche ;-)
-
Fondsgesellschaften, bei denen man aus Gründen der
Diversifikation nicht (noch) mehr anlegen will
-
Fondsgesellschaften, die eine Rücknahmegebühr berechnen
wie Flemings
-
Fonds, die ein hohes Risiko hatten (Spalte 'Vola')
-
jetzt kann man noch Fonds mit einer guten Langzeithistorie
(zB Akkumula oder Templeton Growth) oder einem geringen
Risiko Pluspunkte geben.
-
Fonds, die ein zu kleines Volumen haben.
-
Fonds, die ein zu großes Volumen haben.
-
... (weitere Ideen?)
Und so lichtet sich langsam das Feld. Meiner Ansicht nach sollte man
aber nicht stur nach der Rangfolge gehen, sondern sich jetzt die
Fondsgesellschaften (Depotkosten? Switchen? Web-Seite? deutsche
Telefonnummer? ) und die Anlagepolitik der in Frage kommenden Fonds
genau ansehen. Spätestens jetzt besorgt man sich von allen noch
interessierenden Fonds Langzeitergebnisse. Jetzt (und nicht früher)
kann man auch mal schauen, wo man wieviel Rabatt auf den
Ausgabeaufschlag bekommt.
Und wenn man sich bis hierher durchgekämpft hat, nimmt man
dann den Templeton Growth oder den Fidelity International :-)))
-
Ab einem Fondsvermögen von 20-40TDM würde ich in einen
zweiten Fonds und in eine zweite Fondsgesellschaft
diversifizieren.
Hier bietet sich entweder ein zweiter internationaler
oder aber ein europäischer Fonds an (in einen deutschen
Fonds würde ich angesichts des kommenden Euros nicht
mehr investieren).
-
Entsprechend weiter ab 40-80TDM ein dritter Fonds:
entweder jetzt Europa oder der zweite internationale.
-
Ab einem deutlich dreistelligen Fondsvermögen kann man
dann auch spekulativere Fonds wie 'Russische Nebenwerte',
'Thailand' oder entsprechende Branchenfonds in Betracht
ziehen ;-)
Ihr Anteil sollte jedoch bei etwa 10% des gesamten Vermögens
begrenzt bleiben.
-
einmal jährlich überprüft man die Wertentwicklung seiner
Fonds und die Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen
Fonds und Gesellschaften. Ggf. verschiebt man, um die
gewünschte Balance wiederherzustellen.
Im Notfall, aber nicht wegen eines leichten Zurückbleibens
in einer außergewöhnlichen Börsensituation, muß man
sich auch mal von einem Fonds trennen. Auf keinen Fall darf
das jedoch zu einem wilden Switching anhand der neuesten
Hitliste führen.
Nochmal: die Zahlen sind als grobe Anhaltspunkte gedacht.
Je nach Umständen und Risikoneigung kann man das natürlich
variieren. Ausgegangen bin ich von einem eher sicherheitsbewußten
Anlegertyp.
Ich bin mir darüber im klaren, daß dies noch ein sehr
vereinfachtes Modell ist und würde mich über reichlich
Ergänzungen und Kritik freuen.
Gruß,
Wolfgang
[...]
> Wie ist das mit dem zweiten Fonds zu sehen, wenn man vor
> hat, den ersten über einen Sparplan zu finanzieren und
> ganz einfach - noch ;-) - nicht soviel Geld hat, um zwei
> oder mehrere Sparpläne laufen zu lassen?
> Soll der erste Fonds dann ohne weitere Zahlungen
> weiterlaufen und die regelmäßigen Beiträge werden in den
> zweiten Fonds investiert?
Richtig. Alternativ, wenn die Höhe der Sparrate und die Mindestraten
der Gesellschaften das erlauben, kann man die Sparrate auch aufteilen.
So ist ja Templeton zB mit 300DM pro Quartal zufrieden. Auf alle Fälle
gilt da auch die Aussage 'jährlich überprüfen'. Natürlich kann man sich
auch einen zweiten Fonds mit niedriger Mindestanlage suchen und den mit
Urlaubs/Weihnachtsgeld füttern.
'Sparplan' ist ja bei Investmentfonds keine (rechtliche)
Verpflichtung, sondern kann beliebig modifiziert werden,
zumindest wenn die Mindestanlage der Fondsgesellschaft
erreicht ist. Das sollte aber nicht dazu verführen, jede
Disziplin sausen zu lassen. Wer die nötige Disziplin für
Fonds nicht aufbringt, kann durchaus mit einer KLV besser
bedient sein.
Gruß,
Wolfgang
Weitergehende Informationen zu Investmentfonds und zur
Fondsauswahl findet man zB im
FondsGuide 1998 und im
Handbuch Investmentfonds
der Stiftung Warentest.
Kritik? Anregungen? Kaputte Links?
Hier finden Sie meine eMail-Adresse.
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Letzte Änderung: 12.11.06
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