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Erfahrungen als AWD-Berater
Lieber Herr Kynast, Da ich selber als nebenberuflicher Vermittler für den AWD tätig war, inzwischen aber gekündigt habe, möchte ich Ihnen ein paar Informationen aus meiner Sicht geben, die für Sie oder auch andere interessant sein könnten. Zunächst einmal möchte ich feststellen, daß ich persönlich die Philosopie, die einem am Einstiegsabend beim AWD vermittelt wird, für sehr gut halte. Hier wird ständig vom Kundennutzen (Entschuldigung, beim AWD heißt es natürlich Mandant - nicht Kunde -, da es den Leuten das Gefühl geben soll, auch ernst genommen zu werden) geredet und von einer langfristigen Mandantenbindung zu beiderseitigem Vorteil. Der schönen Worte fallen in solch einer Veranstaltung noch einige, so daß ich mich, damals auf der Suche nach einem zweiten beruflichen Standbein, ebenfalls entschloß, das ganze einmal zu versuchen. Besonders interessant war für mich, daß einem das notwendige Fachwissen durch Seminare zu den verschiedenen Bereichen wie Altersvorsorge, Vermögensaufbau, Kapitalanlagen, Einkommensicherung etc. vermittelt wird. Zu diesen Seminaren gibt es dann speziell Schulungsunterlagen, die relativ informativ sind. Dauer solch eines Seminars ca. 4 Abende. Nach diesen Seminaren allerdings sieht die Praxis weniger rosig aus. Die Produktinformationen, welche man von seiner "Führungskraft" bekommt, sind meistens sehr knapp gehalten, bzw. münden oft in der Aussage: "Nehmen sie dieses Produkt!". Als Begründung auf die Frage "Warum?" kommt meist: "Gibt mehr Einheiten!" (Anm.: Einheiten ist die Bewertungsgrundlage für die Verprovisionierung). Wer sich also nicht selber auf den Hosenboden setzt und versucht, verschiedene Produkte zu vergleichen, d.h. Bedingungen studieren, sich bei der AWD-Service Zentrale informieren, Kollegen fragen.... (mühsam!), der hat selbst nach geraumer Zeit beim AWD keinerlei Erfahrung oder Ahnung von dem, was er/sie dort treibt. Für einen nebenberuflichen Berater beim AWD mag der Verkaufsdruck nicht so stark sein und sofern er/sie sich gut informiert hat, kann durchaus eine sehr gute, kundengerechte Beratung erfolgen. Leider mußte ich in meiner Zeit beim AWD feststellen, daß sich vor allem die "erfolgreichen" Berater durch einen oftmals gravierenden Mangel an Fachkenntniss auszeichneten. Was mich jedoch stark abschreckte, war die Tatsache, daß sich viele "Berater" nach einiger Zeit, in der sie erfolgreich tätig waren, nicht mehr um die Kleinigkeiten kümmerten. So habe ich von frustrierten Kunden mancher dieser Berater erfahren müssen, daß sie mit Fragen zu aktuellen Problemen der Schadensregulierung oft nicht ernst genommen bzw. gar nicht bis zu ihrem Berater durchgedrungen waren. D.h. diese sauberen Herren/Damen haben ihren Kunden zu Anfang eine umfassende Betreuung versprochen und alle Verträge an sich gerissen. Danach lassen sie die Kunden im Regen stehen, da eine Nachbetreuung vor allem bei solchem alltäglichen Kleinkram sehr viel Arbeit bedeutet und wenig (an Einheiten) einbringt. Ich glaube, mit diesem Posting sage ich nicht viel mehr, als es in der Newsgroup de.etc.finanz schon diskutiert wurde. Ich habe beim AWD gute und schlechte Berater kennengelernt. Es ist also jeweils ein Zufallsprodukt, an welchen Beratertyp man gerät. Aus eigener Erfahrung meine ich jedoch, daß die Wahrscheinlichkeit, an einen guten Berater zu gelangen bei weitem geringer ist als die, eine Niete zu ziehen. Mit freundlichen Grüßen
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Letzte Änderung: 12.11.06 |