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Bund der Versicherten zur DVAG

Einige Zitate aus der Mitgliederzeitschrift BdV-Info 2/97 des Bundes der Versicherten:

Tatort Wohnzimmer

Versicherungskaufleute, die an einen Konzern gebunden sind, unterscheiden sich kaum von der 'Hai-Society' der Drücker. Alle schließen - provisionsgesteuert - nicht-bedarfsgerechte Versicherungen ab. In den letzten Monaten waren im Fernsehen Videoaufzeichnungen zu sehen, in denen ein Repräsentant der Drückerkolonne OVB die Verbraucher als 'Schweine' bezeichnete, denen man das Geld aus der Tasche holen müsse.
Von der größten Drückerkolonne 'Deutsche Vermögensberatung' (DVAG) wurde - wie bei der OVB - ein sektenartiges Einschwören zum Aquirieren gezeigt von Drückern, die sich an ihren hochgereckten Armen hielten und diese hin und her schwangen. Eine Haftung für Falschvermittlung mit Beweislastumkehr würde diesem Spuk ein Ende bereiten.

Medienversagen

Der WDR (plusminus) berichtete im Herbst 1996, wie die Vereinte (Allianz-/ Münchener-Rück-Konzern) sich für 7000DM einen Fernsehbericht zur privaten Krankenversicherung erkaufen und dabei den Inhalt selbst bestimmen wollte. Verbrauchervertreter dürften nicht eingeschaltet werden. Die Redakteure gingen zum Schein auf das Angebot ein, berichteten über den selbst erlebten 'Bestechungsfall' und zahlten die erhaltenen 7000 DM an die Vereinte zurück.
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In der letzten BdV-Info hatten wir einen schlimmen Bericht in Capital 4/97 zur privaten Krankenversicherung (PKV) kritisiert, der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krankenversicherung (DKV, Allianz-/ Münchener-Rück-Konzern) entstanden war. Die Irreführung wurde noch verdoppelt durch eine vermutlich 150000 DM teuere Anzeige der DKV in unmittelbarer Nähe des Capital-Artikels mit der Werbeaussage, DKV-Beiträge seien 'langfristig stabil'. Das Landgericht Köln verbot die Werbung mit einer vom BdV beantragten einstweiligen Verfügung. Der Widerspruch der DKV wurde mit Urteil vom 23.9.97 zurückgewiesen.
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Die Öffentlichkeit wird derzeit pausenlos bombardiert mit Anzeigen und Werbespots im Fernsehen von Versicherungsunternehmen (vor allem von der Allianz zur privaten Rentenversicherung). Die Medien haben dadurch Millioneneinnahmen mit der Folge, daß Anzeigenabteilungen und und somit Anzeigenkunden Einfluß nehmen darauf, was zu Versicherungen veröffentlicht wird und was nicht. Gleich mehrere Sender wollten über die Drückerkolonne 'Deutsche Vermögensberatung' und ihre Kontakte zu höchsten Politikern berichten. Von Redakteuren erfuhr der BdV, daß Rechtsabteilungen - offenbar von Drohungen mit rechtlichen Schritten eingeschüchtert - die Nichtsendung bereits fertiger Berichte empfohlen haben.

Deutscher Vermögensberater: "unzumutbar!"

Lutz K. aus G. ist arbeitslos und erhält vom Arbeitsamt die Mitteilung:

'Ich freue mich, Ihnen folgende Arbeitsstelle vorschlagen zu können:
Tätigkeit : Vermögensberater
zu besetzen bei: Deutsche Vermögensberatung
Beachten Sie bitte die Rechtsfolgebelehrung.'

Diese lautet: 'Nehmen Sie die angebotene Arbeit nicht an, so tritt eine Sperrzeit von 12 Wochen für das Arbeitslosengeld ein, wenn Sie für Ihr Verhalten keinen wichtigen Grund haben.'
Den wichtigen Grund erfuhr das Arbeitsamt durch Unterlagen, die der BdV dem arbeitslosen K. über Deutschlands größte Drückerkolonne 'Deutsche Vermögensberatung' (DVAG) zur Verfügung gestellt hat.
Es bleibt nur zu hoffen, daß die Anwerbung Arbeitsloser durch die DVAG nicht bundesweit erfolgt und Arbeitslose gezwungen werden, für diese Kloppertruppe ihren Verwandten- und Bekanntenkreis so lange abzugrasen, bis sie 'mangels Umsatz' wieder gefeuert werden.


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Letzte Änderung: 12.11.06