Bitte beachten: diese Seite gibt den Stand von ca. 1999 wieder
und wird nicht mehr aktualisiert!
Meine Steuersparimmobilie
Zu meiner unsäglichen Steuersparimmobilie zwei (etwas überarbeitete) Beiträge aus der Newsgroup de.etc.finanz.misc:
Meine Steuersparimmobilie liegt in Mönchengladbach, ich wohne in Darmstadt. Allein das hätte mich stutzig machen sollen. Inzwischen weiß ich, daß solche Objekte immer weit weg liegen, damit das potentielle Opfer nicht auf die Idee kommt, sich das Ganze mal anzusehen. Sie hat 1984 187TDM für 51 qm gekostet. Bruttoeinkommen damals: 60TDM, lohnte sich also steuerlich eh kaum. War beim 'Berater' (Hans-Dieter Rumig, heute ein bekannter Name im Schaul-Umfeld) Heiligabend (!) zu Kaffee und Kuchen eingeladen - ich war halt noch nicht ganz unterschriftsreif. Notartermin: Samstag 29.12. 21:00 tief in den Löwensteiner Bergen bei dem Notar Lampe vom Notariat Löwenstein. Notare haben im Dezember meist bis Mitternacht Termine, weil die Steuerspar-Anwärter Schlange stehen. Die über 20TDM Mehrkosten, die durch Pleite des Bauträgers entstand, lassen wir mal außen vor. Das Haus wurde dann 1988 fertiggestellt. Der Mietgarant hat natürlich milde gelächelt und Konkurs gemacht, als er für 3 Jahre und 110 Wohnungen zahlen sollte. Seitdem sind noch etliche Sonderzahlungen in jeweils 3-4stelliger Höhe angefallen. Die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten (das gehört zu solchen Modellen - man will ja nicht einsehen, daß man legal abgezockt wurde) waren nochmal ein 4-stelliger Betrag. Die Wohnung ließe sich heute für etwa 100TDM verkaufen. Hauptprobleme: billige Bauausführung, Lage am Rande eines 'sozialen Brennpunktes'. In der Renditeberechnung wurde mir ein monatlich zu zahlender Betrag von 37 DM vorgerechnet - komisch, die Zahl hatten wir doch kürzlich erst (alle Steuersparimmobilien weisen eine Belastung zwischen +50 und -50 DM aus, Ausnahmen sind selten). Realität heute: monatliche Belastung nach Steuern etwa 500 DM. Beim Verkauf der Wohnung würde die Belastung auf etwa 600 DM ansteigen, trotz Kündigung der KLVs, mit denen der (natürlich) tilgungsfreie Kredit abgelöst werden soll. Das einzig gute: das ganze Objekt ist komplett für die englischen Streitkräfte an den Bund vermietet. Deshalb ist wenigstens die Miete sicher. Allerdings: 1984 waren 9.50 DM veranschlagt, wir bekommen heute 12 DM und sind damit für Mönchengladbacher Verhältnisse gut bedient. Soviel zu den 3% jährlicher Steigerung, die hier kürzlich rumgeisterte. Nebenbei hat mir der 'Berater' noch alle meine (durchschnittlichen) Versicherungen auf andere Gesellschaften umgeleitet - alle 'mangelhaft'. Hat auch 10 Jahre gedauert, bis ich das repariert hatte - nachdem ich es gemerkt hatte.
Der Herr 'Berater' hat seine Provision auch noch schwarz kassiert,
und mangels Belegen konnte ich ihm noch nicht mal eine
Steuerhinterziehung anhängen :-(((
Kim Feldmann Der Traum vom schnellen Geld Ullstein TB Gag am Rande: alle Namen und Orte in dem Buch stimmen, sind nur permutiert. [...] > Für die Lügen und Halbwahrheiten können die Strukkies oft > gar nichts, weil sie so fest an das glauben, was ihnen in > der letzten "Schulung" vermittelt wurde, daß ihnen der > Blick für die Realität versperrt ist. Richtig, und wie ich kürzlich schon mal schrieb: sehr oft kaufen die armen Schweine den Mist auch noch selbst. Beschreibt Kim Feldmann auch sehr schön.
> Welcher Gesellschaft hat der angehört? Oder war das einer > dieser vielen ... GmbH´s Ich habe mal meine alten Ordner durchgeschaut und verblüfft festgestellt, daß ich zwar Name und Anschrift des Vermittlers habe (klar, sonst hätte ich ja Heiligabend nicht bei ihm Kaffee trinken können :-) , aber daß es keinerlei direkte Spuren gibt, welcher Truppe der angehört(e). Lediglich in einem Brief von mir wird einmal eine Firma INTRA erwähnt. In einem DM-Artikel habe ich jetzt von einen ehemaligen Heilbronner Strukturvertrieb namens 'Treukonzept Gebr. Schaul' gelesen und der Name kommt mir bekannt vor. Initiator war eine COSMOS Immobilien-Service GmbH&Co KG Theodor-Heus-Ring 28 Köln 1 Der Vertrieb der Immobilie erfolgte durch ATLAS Immobilien-Service-GmbH Am Wollhaus 1 Heilbronn Heute weiß ich, daß die alle zum einschlägig bekannten Schaul-Imperium gehören. Ist aber schon bezeichnend, daß die Truppe offensichtlich gar keinen Wert darauf legte, das ihr Name genannt wird. Treuhänder waren übrigens Goksch, Michels & Partner Oberländer Ufer 180-182 Köln
Irgendwie ist es schon lustig, wenn ich heute den Hochglanzprospekt lese: es steht eigentlich ganz genau drin, daß man abgezockt wird. Aus der Aufteilung des Gesamtaufwandes ist klar zu ersehen, daß die weichen Kosten über 40% betragen. Auch ist klar ausgewiesen, daß alle beteiligten Firmen (u.a. Mietgarant, Steuerberater ...) zur Hüppe-Gruppe gehören. Die Firmen, die nicht dazu gehören, wie zB der Bürge residieren 'rein zufällig' im selben Gebäude Theodor-Heus-Ring 28 wie die anderen. Noch ein Problem mit diesem Objekt fällt mir da ein: die real existierenden Wohnungen differieren zT erheblich von den Plänen und den Kaufverträgen.
Ein weiteres Histörchen hat uns mehrere Jahre Kopfzerbrechen und über 100TDM gekostet: immer bei starkem Regen schoß in der zweistöckigen Tiefgarage an mehreren Stellen das Wasser in sattem Strahl mehrere Meter weit waagrecht aus der Wand (naja - nicht waagrecht, mein Mathelehrer hat das immer 'Pinkelparabel' genannt :-)). Als Ursache stellte sich schließlich heraus, daß die Baufirmen, weil sie kein Geld mehr bekamen, die Baugrube um Haus und Tiefgarage einfach zuschütteten. Die Regenrohre waren nicht an die Kanalisation angeschlossen, sondern endeten einfach 2m unter dem Erdboden. Und so kam es, daß die Tiefgarage bei passendem Wetter etwa 8m in Wasser stand :-) War also kein Wunder, daß alle Abdichtversuche von innen rein gar nicht halfen. Ich muß da unbedingt mal eine Seite auf meiner HP dazu machen, die Story meiner Steuersparimmobilie eignet sich wirklich gut zur Abschreckung.
Fröhliches Steuersparen,
Kritik? Anregungen? Kaputte Links? Hier finden Sie meine eMail-Adresse.
Letzte Änderung: 12.11.06 |