|
Bitte beachten: diese Seite gibt den Stand von ca. 1999 wieder
und wird nicht mehr aktualisiert!
Die Psycho-Tricks von unseriösen Verkäufern
"Strukies" stehen unter einem hohen Druck, Abschlüsse
zu erzielen. Deswegen ist die Palette ihrer Tricks,
einen Kunden zum Abschluß zu bewegen, auch groß:
- Der Vertreter nennt eine bekannte Bank, Versicherung oder
Bausparkasse, mit der er angeblich kooperiert.
Oft wird sogar behauptet, daß diese für die Sicherheit
einer Kapitalanlage garantiert.
In den Vertragsunterlagen finden Sie davon nichts wieder.
Die Namensnennung erfolgt häufig ohne das Einverständnis
der Betroffenen!
- Es werde Referenzgeber benannt, die Ihnen gegenüber die
Vorteilhaftigkeit der Kapitalanlage bestätigen.
Anbieter und Referenzgeber stecken jedoch unter einer Decke.
- Sie erhalten mündlich Informationen, die mit den Vertragsunterlagen
nicht übereinstimmen.
In Ihrer Entscheidungsfindung dominieren diese (falschen)
Informationen, die vielleicht noch mit ausführlichen
Musterrechnungen untermauert wurden.
Ihre Rechte und Pflichten richten sich jedoch ausschließlich
nach dem, was im eigentlichen Vertrag steht.
In der Regel ist ja kein neutraler Zeuge anwesend, der
die mündlichen Aussagen des Vertreters später bezeugen könnte.
- Der Vertreter stellt Sie durch die Gesprächsführung,
insbesonders vor anwesenden Familienmitgliedern,
so hin, als ob Sie in finanziellen Dingen sehr unerfahren
seien, weil Sie den Vorteil des Vertragsabschlusses
nicht verstanden hätten.
- Der Vertreter interpretiert Ihre Ablehnung seines
Vertragsangebotes bewußt so um, als ob er an Ihrer Finanzkraft
oder Ihrer Bereitschaft zu Sparen und Vorzusorgen Zweifel hätte.
Er tut so, insbesonders vor Dritten, als ob Sie verantwortungslos
in den Tag hinein leben.
Ergebnis: um Ihre Finanzkraft und Ihre Spar- und Vorsorgebereitschaft
zu beweisen, unterschreiben Sie.
- Ein sehr erfolgreicher Psychotrick ist die "JA-Schiene":
Der Vertreter stellt Ihnen eine Reihe von Fragen, die alle
ganz eindeutig mit "Ja" zu beantworten sind, wie zum Beispiel
- Wollen Sie im Alter möglichst frei von finanziellen
Sorgen leben?
- Wollen Sie völlig legal Steuern sparen?
- Möchten Sie überdurchschnittlich hohe Anlagezinsen erzielen?
Auch auf die letzte Frage werden Sie dann kaum mit "Nein"
antworten.
Und schon haben Sie schneller unterschrieben, als Sie das
je geglaubt hätten.
- Gerne benutzt, wenn ein Kunde eine KLV kündigen will:
"Wenn Sie kündigen, verlieren Sie doch gutes Geld".
Davon abgesehen, daß es kein "gutes" und "schlechtes" Geld gibt -
ob Sie die Versicherung durchhalten, verändern oder ganz aufheben:
Sie haben dieses Geld so oder so verloren (es ist für Kosten und
die Provision Ihres netten 'Beraters' verbraucht worden).
Und je eher Sie
aussteigen, umso mehr Zeit bleibt Ihnen, die Verluste
auszugleichen und danach bessere Renditen aus eigener
Geldanlage zu erzielen.
- Gerne benutzt, um überteuerte Unfall- oder BU-Versicherungen
zu verkaufen:
"Wenn Sie gesund bleiben, bekommen Sie Ihre Beiträge zurück."
Das heißt mit anderen Worten, daß man Ihnen eine viel zu
hohe Prämie abknöpft - das zur Risikoabdeckung nicht benötigte
Geld wird (schlecht verzinst) angelegt und daraus
erhalten Sie dann die Rückzahlung. Schließen Sie lieber
gleich eine preiswerte Versicherung ab. Die Prämie für die
Risikoabsicherung müssen Sie so oder so bezahlen - und wer
Ihnen das nicht sagt, sondern Sie mit einer so dümmlichen
Argumentation zum Abschluß bewegen will, meint es sicher
nicht gut mit Ihnen.
- Einen 'fortgeschrittenen' Trick habe ich vor einiger Zeit
von zwei DLF-Verkäufern erlebt.
Der eine hatte sich als Geschäftsführer der
Vertriebsfirma vorgestellt, der zweite war so 'ne Art Lehrbub.
Auf meine ständigen Einwände knallte der erste schließlich das
gepflegte Aktenköfferchen auf den Tisch, klappte es auf
und zog 2 Klarsichthüllen raus: einen DLF-Antrag und ein
Kreditformular einer Sparkasse.
Damit wedelte er mir vor der Nase rum und erzählte uns
empört, daß er heute noch zur Sparkasse müsse, weil er
einen weiteren DLF-Fonds auf Kredit zeichnen wolle.
Und ob ich wohl glauben würde, daß er den selbst zeichnen
würde, wenn das nicht was ganz tolles wäre.
Er war echt beeindruckend - für eine Tatort-Nebenrolle
hätte es ohne weiteres gereicht :-)
Weitere Tricks
hat Michael Kronenberg beschrieben.
Ein guter Vertreter ist dem Kunden rhetorisch haushoch überlegen.
Dagegen hilft nur, nichts ohne Bedenkzeit und Beratung mit
kundigen Freunden, einer Verbraucherzentrale, Ihrem Steuerberater
oder Anwalt zu unterschreiben.
Lassen Sie sich vor allem nicht durch das Steuersparargument
oder durch Traumrenditen
den Blick für die Realitäten vernebeln - Sie wissen ja:
Gier frißt Hirn
Quellen: FINANZtest, Geldtips
Kritik? Anregungen? Kaputte Links?
Hier finden Sie meine eMail-Adresse.
Home
, Kontakt
, Inhalt
Letzte Änderung: 12.11.06
|