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STERN zur Kapitallebensversicherung

STERN: Versicherungen sollen rund 300 Milliarden stille Reserven aufdecken und an Kunden auszahlen

Ein neues Gesetz soll die Versicherungswirtschaft zwingen, stille Reserven in Milliardenhöhe aufzulösen und an die Kunden auszuschütten. Nach Schätzungen von Professor Michael Adams von der Universität Köln soll dies allein bei den Lebensversicherern zu Zahlungen an die Kunden von rund 300 Milliarden Mark führen. Adams beziffert in der neuen Ausgabe des Hamburger Magazins STERN die zusätzliche Ausschüttung an die Versicherten auf rund 2500 Mark je 10 000 Mark Versicherungsleistung.

Anfang Juli wurde ein entsprechender Gesetzentwurf von der SPD in den Bundestag eingebracht, der die Assekuranz dazu zwingen will, über Jahrzehnte mit dem Geld der Versicherten aufgebaute und bislang versteckte Vermögenswerte aufzudecken und an die Kunden zurückzuzahlen. Nach Einschätzung von Klaus-Wilhelm Knauth vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hätte ein Inkrafttreten des Gesetzes zur Folge, daß die Lebensversicherer eines ihrer wichtigsten Produkte, die Kapitallebensversicherung, nicht mehr anbieten könnten.

Genau dies ist das Ziel der Initiatoren des Gesetzesentwurfes, die das Produkt massiv kritisieren. Berechnungen von Professor Adams zufolge verlieren die Versicherten mit Kapitallebensversicherungen pro Vertrag im Schnitt jährlich zehn Prozent ihres eingezahlten Geldes. Der Grund sind die geringen Rückkaufswerte bei vorzeitiger Kündigung einer Police. Rund 50 Prozent der Kunden halten ihren Vertrag nicht bis zum Ende durch.

Copyright STERN, 1995 - 1997


Quelle: Stern Infomat Basic 35/97


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Letzte Änderung: 12.11.06